“Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel, man weiß nie was man bekommt.” – Das wusste auch schon Forest Gump.
Etwas ähnliches dachte ich mir auch, als mich gestern Abend eine Mail von Olaf Bathke erreichte. Sie enthielt einen Gastbeitrag für dieses Blog, dessen Thema eigentlich die Motivation Fotografie sein sollte. Getreu dem Motto “Der Weg ist das Ziel”, kam etwas völlig anderes dabei herraus, als von mir erwartet.
________________________________________________________________
Aber wer ist dieser Olaf Bathke eigentlich?
Olaf Bathke, Fotograf in Kiel, ist spezialisiert auf die Bereiche Landschafts- und Portraitfotografie. In seinem Blog berichtet er über die Fotografie, die Entstehung von Landschaftsfotos, seine Arbeit als Hochzeitsfotograf in Hamburg bzw. Kiel und was ihn sonst noch so bewegt.
Heute habe ich die Ehre, Ihn als Gastschreiber begrüßen zu dürfen.
________________________________________________________________
Robert bat mich darum, mal etwas über die Motivation in der Fotografie zu schreiben. Da so ein Beitrag Gefahr läuft, bei Dir Langeweile zu erzeugen, habe ich das Pferd einfach mal von hinten aufgezäumt.
Oftmals ist es ja so, dass die Aufforderung, etwas Bestimmtes zu machen, das Gegenteilige bewirkt. In diesem (watzlawickschen) Sinne hoffe ich, mit meinem Gastartikel möglichst erfolgreich zu sein.
Dieser Leitfaden sollte Dir also dienen, möglichst schnell die Lust am Fotografieren zu verlieren. Dabei ist es gleich, ob Du gerne Landschaften oder Hochzeiten fotografierst, Bewerbungsfotos, Aktaufnahmen oder Makroaufnahmen machst.
Die einzige Vorraussetzung ist: Du magst etwas Bestimmtes in der Fotografie gerne, hast Blut geleckt bzw. bereits ein Spezialthema gefunden.
Folgende Ratschläge helfen Dir, möglichst schnell Deine Motivation zu verlieren:
- Mach Dir niemals Gedanken darüber, warum Du Dein Spezialthema so spannend findest. Es wäre fatal, die Quelle Deiner Energien herauszubekommen. Mit dem Wissen um die Quelle Deiner Energien, würdest Du sie nicht so gut zum Versiegen bringen können. Je weniger Du über Deine eigene Motivation weißt, desto eher wirst Du Sie verlieren.
- Kommuniziere möglichst viel über Dein Spezialthema in irgendwelchen Fotocommunities im Internet. Schreibe ellenlange Beiträge in Fotoforen. Habe die Hoffnung, dass Dich die Ehrfurcht anderer Hobbyfotografen ordentlich motivieren wird, Deinem Spezialthema weiter nachzugehen. Je mehr Zeit Du in Foren mit der Kommunikation über Dein Spezialthema verbringst, desto weniger Zeit wirst Du für das Fotografieren haben. Das ist eine einfache, aber äußerst wirkungsvolle Strategie, Dich zu demotivieren.
- Folge den Moden der Fotocommunitie Deines Vertrauens: In den Bestenlisten sind ganz viele HDR Bilder. Ja, warum hast Du noch keines gemacht? Überall poppen Highkeyaufnahmen auf? Der Highkeyzug sollte nicht ohne Dich abfahren. Die Chance ist groß, dass Du mit den Moden nicht kompatibel bist und Dich somit erfolgreich demotivierst.
- Kopiere die Fotos und Bildideen anderer. Keine Methode ist so erfolgreich, den Bezug zu dem eigenen Spezialthema zu verlieren. Eigene Ideen, wer braucht die schon?
- Höre immer auf das, was andere Fotografen sagen. Je mehr Du alles so machst, wie andere es für richtig halten, desto erfolgreicher, wirst Du den Draht zu Deiner eigene Motivation verlieren.
- Höre auf die Kommentare in den Fotocommunities Deines Vertrauens. Deine Buddys meinen es ehrlich, sie sind repräsentativ für die übrige Bevölkerung dieser Erde. Gehe davon aus, dass Du keine Enttäuschungen erlebst, wenn Du Dich mit Deinen Arbeiten mal in das richtige Leben wagst.
- Theoretisiere! Je theoretischer Du an die Sache herangehst, desto besser.
- Technokratisiere! Jetzt mal ganz ehrlich, die Technik hinter dem Foto ist doch das einzig Spannende in der Fotografie, oder?
- Verbringe mehr Zeit mit der Anschaffung neuer Fotoausrüstung, als mit dem eigentlichen Fotografieren. Es gibt immer ein besseres Objektiv, dass Dir bessere Ergebnisse verspricht. Warum also mit dem Fotografieren anfangen, wenn man noch auf dieses eine, wirklich gute Objektiv bzw. die Kamera mit höherer Auflösung warten kann?
- Komme niemals auf die Idee, mit Deinen persönlichen Energien haushalten zu wollen. Stecke vor allen Dingen am Anfang viel Energie in Dein Spezialthema. Je früher Du alle Energie verbrennst, desto früher wirst Du nicht mehr über diese Energien verfügen.
- Hol Dir niemals Anregungen in anderen Bereichen der Fotografie. Wenn Du denn mal über den Tellerrand schaust, dann spring sofort über zu dem anderen bzw. neuen Spezialthema. Nur das Neue ist wirklich spannend und richtig für Dich.
- Gestalte Deine Tätigkeit als Fotograf so, dass Du Dich niemals belohnst. Setze Dir niemals Ziele, die Du mal erreichen möchtest. Erfolgskontrolle, wer braucht die schon?
- Sage immer Ja und niemals Nein!
Olaf Bathke wünscht viel Erfolg!!