Seit dem 24.06.2010 bin ich stolzer Besitzer eines iPhone 4. Wie jedes Jahr, wurde auch diesmal die Veröffentlichung des neuen Apple-Telefons gehyped ohne Ende. Auch die Vorbestellungen, Vertragsverlängerungen etc. endeten (wieder einmal) aller Orts im Chaos.
Nach ein paar Wochen mit dem neuen Gerät möchte ich hier mal eine Art Erfahrungsbericht in die Runde werfen.
Zuerst die guten Nachrichten: Man kann sich am iPhone 4 durchaus erfreuen!
Fangen wir mal mit dem positiven an:
Kamera:
Die Kamera macht mir sehr viel Spaß! Grade bei schlechten Lichtverhältnissen bekommt man meist noch ein recht ansehnliches Foto zustande, auch die Videofunktion (nimmt in 720p auf) ist nicht zu verachten. Den LED-Blitz kann man im Videomodus als Dauerlicht einsetzen. Das macht sich sehr gut bei Nachtaufnahmen oder dunklen Räumen. In den Tagen seit der Veröffentlichung habe ich die Kamera des iPhone 4 wesentlich öfter benutzt, als die des 3G und 3GS zusammen. Meiner Meinung nach, hätte schon viel früher eine brauchbare Kamera ins iPhone gehört. Oben drauf gibt es jetzt auch noch eine Front-Kamera für die Videotelefonie via FaceTime, Skype etc. Die kann zwar nur eine VGA-Auflösung, aber für den Zweck der Videotelefonie ist das auch alle mal ausreichend.
Retina-Display:
Besonders angetan hat es mir aber das neue “Retina-Display”. Wer sein altes iPhone 3GS daneben legt, wird erstaunt sein, wie groß der Unterschied zwischen den beiden Displays ist. Einmal auf das iPhone 4 geschaut und schon möchte man nicht mehr zurück. Man könnte danach direkt behaupten, das Display des iPhone 3GS würde pixelig wirken. Die Farben, Kontraste und Beleuchtung sind einfach traumhaft. Selbst das Lesen von eBooks und langen Texten macht auf dem neuen Display sehr viel Spaß.
Gehäuse Design:
Das neue Design des iPhones finde ich mehr als gelungen. Die alten iPhone-Generationen sehen dagegen wie billige Spielzeuge aus. Durch die Glasflächen auf Vorder- und Rückseite wird das ganze sehr edel und wertig. Auch liegt es wesentlich besser in der Hand. Anfangs war es zwar ungewohnt nun ein “kantiges” Gerät in der Hand zu halten, jedoch gewöhnte ich mich recht schnell um und möchte auch hier nicht zurück zur alten Version. Bleibt eigentlich nur noch zu hoffen, dass das so genannten Gorilla-Glas wirklich hält was es verspricht und nicht bei der ersten Gelegenheit bricht oder splittert. Schön ist es definitiv, ob es auch hält was es verspricht, wird die Zeit zeigen.
Performance:
Sofort fällt auch auf, das die Performance im Vergleich zum 3GS nochmal deutlich gesteigert werden konnte. Mit dem Apple A4-Prozessor (1GHZ) und mittlerweile 512MB RAM bestückt muss sich das iPhone auf keinen Fall verstecken. Was man auch sofort nach dem Einschalten bemerkt.
iOS4:
Die restlichen “Neuheiten” sind ja mehr auf Softwareebene des iOS4.0 und wurde schon an diversen Stellen des Internets auseinander klamüsert. Das möcht ich jetzt ungern nochmal tun. Nur eins: iOS4 ist in meinen Augen bisher definitiv das beste iPhone-Betriebssystem.
So und jetzt kommt die Kehrseite der Medaille:
Antennen-Problem:
Böse Zungen behaupten, das iPhone 4 wird für Apple was Vista für Microsoft wurde. Ein einziges Desaster. Da könnte durchaus etwas dran sein. Als erstes müsste man wohl das Antennen-Problem erwähnen. Dieses lässt sich auch bei mir reproduzieren, allerdings brechen die Gespräche zu keinem Zeitpunkt ab. Ob sich der Datendurchsatz verringert, habe ich nicht getestet. Fakt ist: Berührt man die untere linke Ecke des Geräts, verliert man umgehend sämtliche “Empfangsbalken” in der Displayanzeige. Das ganze muss wohl schlicht und einfach als Design-Fehler abgehackt werden. Vielleicht werden die Stimmen ja noch lauter und Apple startet tatsächlich einen Rückruf. Apples überteuerte Bumper sollen zwar helfen, aber wer will sich schon so ein hässliches 30Euro Ding um sein neues Schmuckstück legen.
Verfärbung im Display (gelbe Flecken):
Mehr verärgert war ich über mein verfärbtes Display. Dieses Problem tritt zwar weit seltener auf, ist aber durchaus vorhanden. Berichten zu Folge sollen sich die gelben Verfärbungen, die sich meist im unteren Bildschirmbereich finden lassen, nach einer Weile “in Luft auflösen”. Es sollte sich dabei um Kleber handeln, der durch die schnelle Produktion nicht richtig verdampft ist. Leider hat er sich in meinem Fall nicht “in Luft aufgelöst”. Die gelben Flecken sind nach wie vor im linken unteren Displaybereich erkennbar. Was mach ich jetzt also dagegen? Offiziell tauscht Apple keine Geräte wegen des Antennen-Problems oder der gelben Verfärbungen aus. Also erzählt der findige Kunde dem netten Apple-Care Mitarbeiter, dass zum Beispiel der Dock-Connector, die Kopfhörerbuchse oder ähnliches Probleme machen und verlangt einen Direkttausch des Geräts. Gegen eine Gebühr von 20Euro habt ihr dann in der Regel am nächsten Tag ein neues iPhone im Haus. Das alte wird einfach mit UPS zurück geschickt. Das werde ich diesmal auch wieder machen (musste es beim 3G und 3GS auch schon mehmals tauschen), sobald das iPhone 4 wieder richtig verfügbar ist. Blöd gelaufen, aber ohne diese Flecken gefällt mir das Gerät sicher noch besser.
Fazit:
Die Flecken im Display sind ärgerlich, aber man kann es ja tauschen, sollte dieses Problem auftreten. Viel schlimmer ist da schon die Sache mit der Antenne. Da bei mir aber weder Gespräche abgebrochen sind, noch eine schlechte Sprachqualität hatten ist mir das ganze mehr oder weniger egal. Bisher hat es nicht gestört. Es ist nur etwas komisch anzusehen, wie die Anzeige im Display schwankt. Die Kamera des iPhone 4 (egal ob Foto oder Video) ist bei mir im Dauereinsatz. Es macht einfach nur Spaß und in der Kombination mit der iMovie-App ist grade das Filmen echt ein Traum. Alles in allem macht es den Anschein als wäre das ganze etwas zu früh auf den Markt gebracht worden. Trotzdem ist das iPhone 4 ein super Gerät, dass ich auf keinen Fall mehr missen möchte. Für Apples Image hoffe ich jedoch trotzdem, dass das iPhone 4 zurückgerufen wird und die genannten “Fehler” beseitigt werden. Sollte es jedoch weitergehen mit so arroganten Aüßerungen wie “Halte es doch einfach anders” oder “Kaufe doch einen Bumper”, sehe ich mich gezwungen nächstes Jahr beim iPhone 5 zu sagen: “I retire, i relax, i enjoy my family. It is just a phone. Not worth it, Steve.”